Gramschatzer Wald

Gramschatzer Wald

Der Gramschatzer Wald ist im Landkreis Würzburg ein bekanntes Naherholungsgebiet mit Wanderwegen und Radrouten. Der Wald ist eines der 3 großen geschlossenen Staatswald-Gebiete im Nahbereich von Würzburg zusammen mit Guttenberger und Irtenberger Wald. Er stockt im relativ waldarmen Landkreis Würzburg auf allerbesten Böden, die im Umfeld des Gramschatzer Waldes seit vielen Jahrhunderten gerodet sind und einer ertragsreichen Landwirtschaft dienen.


Zur Geschichte lässt sich sagen, dass Kaiser Heinrich II. vor ca. 1000 Jahren den Gramschatzer Wald als ehemaliges Königsgut an den Bischof Heinrich I. verschenkte. Da die Würzburger Bischöfe leidenschaftlich gerne jagten, ist der Gramschatzer Wald noch immer ein geschlossenes Waldgebiet. Der Wald wurde aber auch früh intensiv forstwirtschaftlich genutzt, jedoch zunächst sehr unregelmäßig und willkürlich. Im 13. Jahrhundert wurden dann Förster beschäftigt, um den Raubbau im Wald zu verhindern und alles in geordnete Bahnen zu lenken. Im Jahr 1574 trat dann die Gramschatzer Waldverordnung von Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn in Kraft, die den Mittelwaldbetrieb regelte, welches der Anfang einer nachhaltigen Laubholzwirtschaft bedeutete. Die Waldstandsrevision 1868 leitete den Übergang zum Hochwaldbetrieb auf ganzer Fläche ein.

Der Gramschatzer Wald ist insgesamt rund 4.000 ha groß. Davon sind 62% Staatswald, 31% Kommunalwald, der unter den Gemeinden Arnstein, Rimpar, Güntersleben und Hausen aufgeteilt ist. Der Rest, ca. 7%, sind Privatwald in den Gemeinden Rimpar, Hausen, Güntersleben und Unterpleichfeld. Der Wald besteht zu 79% aus Laubbäumen wie Buche, Eiche, Ahorn, Esche, Kirsche, Hainbuche, Birke und Aspe. Die restlichen 21% sind Nadelbäume wie Fichte, Douglasie, Kiefer und Lärche.


Highlight im Gramschatzer Wald ist das Walderlebniszentrum. Hier steht für alle waldbezogenen Themen, wie Lebensraum, Bewirtschaftung und Holzprodukte, ein Ansprechpartner zur Verfügung, der informiert und gegebenenfalls weiterführende Verbindungen herstellt. Besucher können sich hier über Holz als nachhaltigen Rohstoff sowie über andere nachwachsende Rohstoffe informieren. Außerdem werden im Zentrum natur- und waldpädagogische Veranstaltungen in Form von Ausstellungen und Exkursionen durchgeführt. Das Gebäude wurde in moderner Holzbauweise mit Foyer, Gruppenraum, Büros und Nebenräumen und Arbeitshütten errichtet. Ergänzt wird das Gebäude noch durch 3 Spiel- und Info-Stationen im direkten Umfeld und einer Waldwerkstatt. Für den Bau wurden insgesamt 700 m³ Holz für Rohbau, Innenausbau und Terrasse verbaut. Daraus ergibt sich, dass die im Walderlebniszentrum verbaute Holzmenge in 10 Tagen gewachsen ist und darin insgesamt 540 Tonnen CO2 gespeichert sind. Ziel des Walderlebniszentrums ist es Kinder und Erwachsene durch eigenes Erleben, z.B. bei Walderlebnisführungen, für den Wald zu begeistern. Am Beispiel der Forstwirtschaft soll nachhaltiges Wirtschaften gezeigt und die ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Bewirtschaftung des Waldes erläutert werden. In der Nähe des Walderlebniszentrums befindet sich das Waldhaus Einsiedel, das auf ca. 1200 Sitzplätze für das leibliche Wohl sorgt. Auch der Abenteuerspielplatz der Waldschänke bietet Kindern einen großen Spaß. Außerdem befindet sich in der Nähe des Walderlebniszentrums der Kletterwald Einsiedel, in dem Sie nach Lust und Laune klettern können.

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