30.10.2018

von B° RB

Denker und Lenker

Starkes Plädoyer für eine "Smart Region". Staatsministerin Dorothee Bär ermutigt mainfränkische Denker und Lenker

"Denker treffen Lenker": Plädieren für ein smartes Mainfranken (v.l.n.r.): Dr. Andreas Jahn (iWelt AG), Landrat Eberhard Nuß, Staatsministerin Dorothee Bär, Dr. Klaus D. Mapara (krick.com http://krick.com/ GmbH + Co. KG), Carsten Große Starmann (Bertelsmann Stiftung), Åsa Petersson (Region Mainfranken GmbH)

"Widerstände und Vorurteile überwinden, mutig sein, auch mal ein Scheitern zulassen und den digitalen Wandel mit Leidenschaft gestalten" – diesen eindringlichen Appell richtete Dorothee Bär, Staatsministerin für Digitalisierung, an die 120 Teilnehmer der Veranstaltung „Denker Treffen Lenker“ der Region Mainfranken GmbH bei der iWelt AG in Eibelstadt. 

„Wenn es uns gelingt, die Digitalisierung mehr als Chance und weniger als Risiko zu begreifen, dann werden sich auch für ländlich geprägte Regionen wie Mainfranken ganz neue Perspektiven eröffnen. Wir dürfen das Thema nicht nur den urbanen Räumen überlassen.“ 

Mut und Leidenschaft

Diese Einschätzung teilten Landrat Eberhard Nuß in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender der Region Mainfranken GmbH und Hausherr Dr. Klaus D. Mapara im Rahmen ihrer Begrüßung. So stecke in digitalen Technologien das Potenzial, gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land zu sichern, die Daseinsvorsorge und Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und Mainfranken zu einer „Smart Region“ und damit zukunftsfest zu machen. 

Gleichwertige Lebensverhältnisse

„Wir befinden uns mitten in der digitalen Revolution. Sie wird jeden Lebensbereich dramatisch verändern und auch nicht mehr umkehrbar sein. Obwohl vieles noch nicht reguliert ist und sich der Staat angesichts der rasanten Entwicklungen aktuell in einer reagierenden Rolle befindet, sehe ich unsere Gesellschaft nicht in Gefahr“, machte Dorothee Bär deutlich und zog einen Vergleich zur industriellen Revolution: „Auch dort lag zunächst einiges im Argen, vor allem im Bereich der Arbeitnehmerrechte.“

Wichtig sei es jedoch, jeden Einzelnen mitzunehmen, mit Informationskompetenz auszustatten und für digitale Teilhabe zu sorgen – egal ob Jugendliche oder Senioren. „Nur so schaffen wir es, die diffuse Angst, etwa vom ,WLAN als das neue Asbest‘, abzubauen. Denn sobald es konkrete Lösungen gibt, ob in der medizinischen Versorgung, der Mobilität oder im eGovernment, dann wird auch der große Nutzen digitaler Technologien schnell sichtbar, vor allem auch für den ländlichen Raum.“

WLAN als das neue Asbest

Genau dieser Nutzen stand im Fokus des Vortrags von Carsten Große Starmann von der Bertelsmann Stiftung. „Ländliche Regionen können durchaus selbstbewusst sein, zumal urbane Räume aufgrund des enormen Bevölkerungsdrucks und der damit einhergehenden Belastungen vor großen Problemen stehen. Allerdings müssen dazu auf dem Land die Rahmenbedingungen passen, allen voran eine leistungsfähige digitale Infrastruktur als wichtiges Element der Daseinsvorsorge. Ist dies gegeben und kommen wir endlich von der typisch deutschen Haltung weg, alles erstmal von der Bedenkenseite her anzugehen, dann ist vieles möglich. Andere Länder machen es uns vor“, appellierte Große Starmann. 

Generell lasse sich all das, was im Zuge der „Smart City“ aktuell in aller Munde sei, in modifizierter Form und an die raumspezifischen Strukturen angepasst auch auf die „Smart Region“ übertragen. Verbunden damit ist das Ziel, die Daseinsvorsorge flächendeckend für alle Bevölkerungsgruppen besser sicherzustellen, Wirtschaftskraft und Wertschöpfung auch in der Fläche auszubilden und mehr Chancengleichheit und Teilhabe zu ermöglichen. Gefragt seien daher digitale Anwendungen in einem breiten Spektrum an Handlungsfeldern. Etwa im Bereich Mobilität durch die Schaffung neuer Mobilitätsketten via Apps und Sharing-Modellen, auf dem Gesundheitssektor mittels Telemedizin und Smart Home-Lösungen oder durch eine stärkere digitale Serviceorientierung der öffentlichen Verwaltung.

„Um als Region smart zu werden, bedarf es einer gemeinsamen strategischen Grundlage, von der ausgehend Pilotprojekte entwickelt, vernetzt und letztlich in die Fläche gebracht werden müssen. Und das alles am besten mit einer gesunden Mach-es-möglich-Haltung.“

Mach-es-Möglich-Haltung

Welche infrastrukturellen Voraussetzungen – sprich Bandbreiten – sowohl im Business- als auch im Verbraucher-Sektor notwendig sind, stellte Dr. Andreas Jahn, COO der 
iWelt AG, eindrücklich vor. „Fest steht, dass Glasfasernetze angesichts der enormen Fortentwicklung der Digitalisierungsprozesse das technologische Rückgrat einer Smart Region bilden und in ihrer Bedeutung als Standortfaktor für Unternehmen und als Basis für Innovationen und neue Geschäftsmodelle noch weiter steigen werden.“

Rückgrat Glasfasernetz

„Die Erfahrung aus unserer Arbeit für einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort Mainfranken zeigt: Der Bedarf an smarten Lösungen in unterschiedlichsten Anwendungsbereichen wächst stetig. Das spiegelt sich auch im großen Interesse an unserer Denker treffen Lenker-Veranstaltung wider. Hier wollen wir auch künftig Akzente setzen, Plattformen schaffen und Kooperationsprojekte anstoßen – für ein smartes Mainfranken“, so Åsa Petersson, Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH.

Für ein smartes Mainfranken

Die Region Mainfranken GmbH – Hintergründe

Als mainfränkische Regionalentwicklungsgesellschaft bündelt die Region Mainfranken GmbH die regionalen Kräfte in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zur Positionierung Mainfrankens im nationalen und internationalen Standortwettbewerb. Durch zielorientiertes Standortmarketing wird Mainfranken für potenzielle Fachkräfte, Investoren und Interessenten sichtbar. Gesellschafter der Region Mainfranken GmbH sind neben den beiden kreisfreien Städten Würzburg und Schweinfurt die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main‐Spessart, Rhön‐Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg sowie die IHK‐Würzburg‐Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken.

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