Wallfahrtskirche Maria im Sand

Die weithin sichtbare Wallfahrtskirche Maria im Sand mit dem Franziskanerkloster liegt auf einer Anhöhe am östlichen Stadtrand von Dettelbach.

Zurück geht diese Wallfahrt auf eine Wirtshausschlägerei im Jahre 1505. Der schwerverletzte Nikolaus Lemmerer hatte eine Wallfahrt zu dem Muttergottesbildstock östlich von Dettelbach gelobt und wurde, als er das Gelübde einlöste, geheilt. Diesem ersten Wunderbericht folgten viele weitere, die auf Mirakelbildern im Westchor der Wallfahrtskirche zu sehen sind. An der Stelle, wo einst der Bildstock stand, wurde zuerst eine Kapelle, später dann die prächtige Wallfahrtskirche errichtet. Im Jahre 1606 ließ Julius Echter die Wallfahrtskirche "Maria in arena", oder - wie sie im Volksmund genannt wird - "Maria im Sand" in Dettelbach erbauen. Noch heute ist sie das Ziel von zahlreichen Gläubigen, die jedes Jahr zur Kirche pilgern. Zahlreiche Kunstwerke, wie das Portal und die Kanzel "Wurzel Jesse" von Michael Kern und der Gnadenaltar von Agostino Bossi, können in kirchlicher Stille bewundert werden.

Franziskanerkloster
Zur Betreuung der immer zahlreicheren Wallfahrer wurde unmittelbar an der Wallfahrtskirche um 1613 ein Kloster errichtet. Bei seinem Suchen nach einer Ordensgemeinschaft erhielt Fürstbischof Julius Echter schon bald die Zusage der Straßburger Franziskanerprovinz, so dass schon 1616 die ersten Franziskaner in Dettelbach einziehen konnten. Seit dieser Zeit sind die "Söhne" des heiligen Franziskus in Dettelbach. Ihre Tätigkeit wurde aber schon bald unterbrochen. 1631 plünderten die Schweden das Kloster, zwei Patres kamen ums Leben, die anderen mussten vorübergehend fliehen. Einen schweren Rückschlag gab es auch Anfang des 19. Jahrhunderts durch die Säkularisation. Dettelbach hatte aber noch "Glück im Unglück": es wurde nicht aufgehoben, sondern "nur" Aussterbekloster. 17 Patres und 7 Brüder entschlossen sich, im Konvent zu bleiben. Dennoch schien das Ende von Kloster und Wallfahrt besiegelt zu sein. Zu einem Neuanfang kam es jedoch bald durch König Ludwig I. Im Jahre 1826 entschloss er sich auf Bitten der Bürger zur Wiederherstellung des Ordens. Er genehmigte durch königliches Dekret die Wiedererrichtung einer Ordensprovinz in Altbayern und einer weiteren Provinz in den neu zu Bayern gekommenen fränkischen Gebieten. Diese fränkische Provinz wurden 1836 wegen Nachwuchsmangels mit der altbayerischen vereinigt. So kam das Kloster Dettelbach zur Bayerischen Franziskanerprovinz.

Dettelbach ist mit seinen jährlich etwa 80 angemeldeten Wallfahrten mit ungefähr 8000 Pilgern bis heute einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte in der Diözese Würzburg. Zudem werden hier die bekannten Marienfeste sowie die franziskanischen Ordens- und Bruderschaftsfeste gefeiert. Seit 2008 verfügt Dettelbach über ein eigenes Wallfahrtsmuseum unweit der Stadtpfarrkirche St. Augustin im Kultur- und Kommunikationszentrum der Stadt.

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